Städteranking Hitzetage Österreich

Wo in Österreich die Hitze wohnt

14 Städte, 75 Jahre, eine Frage: Verschiebt sich die Rangfolge? Das Niveau liegt beim 4,3-fachen von damals. Die Reihenfolge hat sich mitverschoben.

Der Befund

Aus 5,9 Tagen sind 25,3 geworden

Über alle 14 Städte in Österreich gemittelt – von Eisenstadt bis Bregenz –, stieg die Zahl der Tage mit 30 Grad und mehr von 5,9 im Jahrzehnt 1951–1960 auf 25,3 in 2016–2025. Am stärksten trifft es Eisenstadt: 31,5 heiße Tage im Jahr, gut vier Wochen.

5,9Heiße Tage im Jahr, Mittel 1951–1960
25,3Heiße Tage im Jahr, Mittel 2016–2025
4,3×So viel mehr als damals
2015Das heißeste Jahr der Reihe
1951–19602016–20259,6Eisenstadt 31,55,8Wien 31,46,5Krems an der Donau 29,97,7Innsbruck 29,77,6Wiener Neustadt 29,69,2St. Pölten 27,55,7Villach 27,05,5Graz 25,85,3Klagenfurt am Wörthersee 25,34,2Waidhofen an der Ybbs 23,26,6Linz 22,80,7Wels 19,74,8Salzburg 16,13,3Bregenz 15,1
Eine Linie je Stadt, vom Mittel 1951–1960 zum Mittel 2016–2025. Die Farbe zeigt das heutige Niveau, die Steigung den Zuwachs. Gemessen an je einer Station – welcher, steht in der Rangliste.

Die zweite Frage

Heißer wurde es überall – und die Reihenfolge kam in Bewegung

Ein Ranking eines Zeitraums sagt, wo es zuletzt heiß war. Es sagt nicht, ob das hält. Die Rangkorrelation nach Spearman misst genau das: Wie gut sagt die Rangfolge eines Jahrzehnts die heutige vorher? Die Rangfolge der fünfziger Jahre sagt die heutige nur zu 0,771 vorher. Anders als in Deutschland, wo derselbe Wert bei 0,905 liegt, ist hier nicht nur das Niveau gestiegen, sondern auch die Reihenfolge in Bewegung geraten.

Rangkorrelation jedes Zeitraums gegen 2016–2025
ZeitraumRangkorrelation gegen 2016–2025
1951–19600,771
1961–19700,847
1971–19800,719
1981–19900,868
1991–20000,933
2001–20100,730
2006–20150,631

In jedem einzelnen Zeitraum in der oberen Hälfte standen Eisenstadt, Krems an der Donau, Innsbruck und Wiener Neustadt. Die Spitze steht also – bewegt hat sich das, was darunter liegt.

Bewegt haben sich vor allem diese: hinauf Wien (Rang 7 → 2) und Krems an der Donau (Rang 6 → 3); hinunter Linz (Rang 5 → 11) und St. Pölten (Rang 2 → 6).

Wie die Rangkorrelation gerechnet wird

Spearmans ρ über die Ränge der Städte, die in beiden Zeiträumen eine Reihe haben. 1,0 hieße: dieselbe Reihenfolge; 0,0: kein Zusammenhang; −1,0: umgekehrte Reihenfolge. Bei Gleichstand wird der Mittelrang vergeben.

Die Zeiträume überschneiden sich nicht mit 2016–2025. Täten sie es, wäre ein Teil der Übereinstimmung nur die Folge geteilter Jahre.

Jede Stadt, jedes Jahrzehnt

Die ganze Rechnung auf einem Feld

Eine Zeile je Stadt, eine Spalte je Zeitraum, sortiert nach heute. Von links nach rechts gelesen steht in jeder Zeile dieselbe Bewegung; von oben nach unten die Rangfolge.

1951bis 601961bis 701971bis 801981bis 901991bis 002001bis 102006bis 152016bis 25Eisenstadt9,613,08,912,216,219,322,531,5Wien5,810,37,011,416,218,121,131,4Krems an der Donau6,512,49,710,815,418,121,329,9Innsbruck7,710,56,210,314,824,626,029,7Wiener Neustadt7,69,76,312,115,918,722,129,6St. Pölten9,214,510,810,013,916,319,427,5Villach5,77,04,09,714,221,725,427,0Graz5,54,32,14,812,817,019,225,8Klagenfurt am Wörthersee5,37,14,27,414,619,721,625,3Waidhofen an der Ybbs4,25,84,17,96,815,122,923,2Linz6,64,85,46,311,614,518,022,8Wels0,70,21,51,55,47,513,819,7Salzburg4,84,84,48,111,411,714,116,1Bregenz3,33,02,42,83,75,910,115,1Heiße Tage im Jahr0–34–78–1112–1516–1920–2425+
Heiße Tage im Jahr, Mittel des jeweiligen Zeitraums. Die Farbskala ist über alle Felder dieselbe.

Die Liste

Alle Städte, nach heute sortiert

Alle 14 Städte nach heißen Tagen im Jahr, 2016–2025
RangStadt2016–20251951–1960VerlaufStationRang damals
1Eisenstadt31,59,6EISENSTADT-NORDOST 184 m1
2Wien31,45,8WIEN-HOHE WARTE 198 m7 ▲ 5
3Krems an der Donau29,96,5KREMS 202 m6 ▲ 3
4Innsbruck29,77,7INNSBRUCK-UNIV 578 m3
5Wiener Neustadt*29,67,6WR.NEUSTADT/FLUGPLATZ 275 m4
6St. Pölten27,59,2ST.POELTEN/LANDHAUS 273 m2 ▼ 4
7Villach*27,05,7VILLACH-STADT 493 m8
8Graz25,85,5GRAZ-UNIVERSITAET 367 m9
9Klagenfurt am Wörthersee25,35,3KLAGENFURT-FLUGHAFEN 450 m10
10Waidhofen an der Ybbs*23,24,2WAIDHOFEN/YBBS 384 m12
11Linz*22,86,6LINZ-STADT 262 m5 ▼ 6
12Wels19,70,7KREMSMUENSTER (TAWES) 382 m14
13Salzburg16,14,8SALZBURG/LEHRERSEMINAR 419 m11
14Bregenz15,13,3BREGENZ 424 m13

* Nicht jedes Jahr ist vollständig gemessen. Der Anteil der Jahre mit lückenlosem Sommerhalbjahr: Wiener Neustadt (95 %), Villach (95 %), Waidhofen an der Ybbs (96 %) und Linz (97 %). Fehlende Jahre werden nicht ersetzt – sie fehlen auch im Mittel.

Die Gegenprobe

Was eine andere Station ergeben hätte

Jede Stadt wird von einer Station vertreten, nämlich der nächsten zum Stadtzentrum. In Innsbruck kommen zwei Reihen dafür in Frage, und zwischen der höchsten und der niedrigsten liegen 7,6 heiße Tage im Jahr. Das ist keine Messungenauigkeit – das ist die Wärmeinsel selbst.

Streuung der tauglichen Messreihen je Stadt
StadtTaugliche Reihen im UmkreisSpanne 2016–2025, TageGewählte Reihe
Innsbruck27,629,7
Graz25,025,8
Linz22,522,8
Wien30,931,4
Waidhofen an der Ybbs20,923,2
Wels30,619,7
Salzburg20,516,1

Für 6 benachbarte Plätze ist der Abstand kleiner als diese Spanne: Eisenstadt und Wien, Krems an der Donau und Innsbruck, Innsbruck und Wiener Neustadt, Villach und Graz, Graz und Klagenfurt am Wörthersee und Waidhofen an der Ybbs und Linz. Dort hätte eine andere – ebenso regelkonforme – Station im selben Stadtgebiet die Reihenfolge umdrehen können. Diese Plätze sind eine Angabe über Messorte, nicht über Städte.

Warum nicht einfach die innerste Station

Weil sie die Frage dieser Seite nicht beantworten kann. Die Innenstadtreihen sind in diesem Archiv fast überall aus zwei Stationen zusammengesetzt: Wien misst bis 1984 auf der Hohen Warte und erst danach in der Inneren Stadt, Salzburg bis 1986 am Flughafen. Wer damit einen Anstieg seit 1951 rechnet, rechnet den Umzug mit – und zwar in derselben Richtung wie den Klimawandel, also unsichtbar.

Gewählt wird deshalb die Reihe, die 75 Jahre lang am selben Ort gemessen hat, und erst unter den gleich sauberen die nähere. Die Innenstadt ist tatsächlich heißer als die Stadtrandstation – das zeigt die Spanne in der Tabelle oben. Es lässt sich hier nur nicht bis 1951 zurückverfolgen.

Dieselbe Station, 75 Jahre lang

Eine Verlegung sieht aus wie ein Klimasignal

Eine Messreihe, die 1985 den Standort wechselt, zeigt einen Sprung – und der Sprung sieht genauso aus wie Erwärmung. Das Archiv verrät für jeden einzelnen Messtag, aus welcher Quelle er stammt. Diese Seite nutzt das als Auswahlkriterium: Jede Reihe hier stammt zu mindestens 98 % aus einer einzigen Quelle.

Herkunft der Messreihen
StadtMessreiheAnteil der HauptquelleWechsel der Hauptquelle
EisenstadtEISENSTADT-NORDOST98 %
WienWIEN-HOHE WARTE99 %
Krems an der DonauKREMS98 %
InnsbruckINNSBRUCK-UNIV99 %
Wiener NeustadtWR.NEUSTADT/FLUGPLATZ98 %
St. PöltenST.POELTEN/LANDHAUS98 %
VillachVILLACH-STADT98 %
GrazGRAZ-UNIVERSITAET98 %
Klagenfurt am WörtherseeKLAGENFURT-FLUGHAFEN98 %
Waidhofen an der YbbsWAIDHOFEN/YBBS98 %
LinzLINZ-STADT98 %
WelsKREMSMUENSTER (TAWES)98 %
SalzburgSALZBURG/LEHRERSEMINAR99 %
BregenzBREGENZ98 %

Keine Reihe dieser Liste wechselt mitten im Zeitraum ihre Hauptquelle. Der Vergleich zwischen 1951 und heute ist damit in jeder Zeile ein Vergleich derselben Station mit sich selbst.

Was die Quellenkennung nicht sieht

Eine Station kann umziehen, ohne dass das Archiv die Quelle wechselt. Solche Fälle findet nur der Vergleich mit den übrigen Städten: Für jede Stadt steht hier, wie sie sich zum Mittel der anderen verhält – einmal 1951–1960 und einmal 2016–2025. Eine Reihe, die 1955 weit über allen lag und heute unter ihnen liegt, beschreibt kein Klima.

Lage gegenüber den übrigen Städten, damals und heute
Stadt1951–1960 gegenüber den übrigen2016–2025 gegenüber den übrigenVerschiebung
Wels0,18×0,77×4,35×
St. Pölten1,58×1,09×1,45×
Eisenstadt1,66×1,26×1,31×
Salzburg0,82×0,63×1,31×
Wien0,99×1,26×1,28×
Waidhofen an der Ybbs0,72×0,91×1,26×
Linz1,12×0,90×1,25×
Villach0,96×1,07×1,11×
Klagenfurt am Wörthersee0,90×1,00×1,11×
Innsbruck1,31×1,18×1,11×
Wiener Neustadt1,29×1,18×1,09×
Graz0,94×1,02×1,09×
Krems an der Donau1,10×1,19×1,08×
Bregenz0,58×0,59×1,02×

Wels verschiebt sich um das 4,35-fache. Der wahrscheinlichere Grund ist hier die Schwelle selbst: Wer im Mittel bei 0,7 heißen Tagen steht, zählt jahrzehntelang fast nichts – und sobald die Sommermaxima um zwei Grad steigen, sehr viel. Ein gleichmäßiger Anstieg sieht an einem kühlen Ort aus wie ein Sprung. Die Zahl für 2016–2025 ist davon nicht betroffen – der Vergleich mit 1951 schon. Belastbar wird er erst mit den homogenisierten Reihen des nationalen Wetterdienstes.

Was fehlt

Zwei Städte stehen nicht in der Liste

Die Auswahl der Seite ist Wien, die übrigen Statutarstädte und Bregenz als Landeshauptstadt Vorarlbergs. Wer darin keine Messreihe hat, bekommt keine geschätzte Zahl, sondern steht hier – mit dem Grund. Eine Rangliste, die ihre Lücken verschweigt, wirkt vollständig, ohne es zu sein.

Das ist keine Aussage über diese Städte, sondern eine über das europäische Archiv, aus dem diese Seite rechnet: ECA&D führt für die Schweiz zehn Stationen und für Österreich 771. Der eigene Dienst des Landes hat mehr – und gibt sie inzwischen heraus. Wie sich die Liste damit verlängern lässt, steht im Abschnitt Wie gerechnet wird.

Wie gerechnet wird

Gemessen, nicht modelliert

Jede Zahl auf dieser Seite ist eine abgezählte Menge gemessener Tage. Es wird nichts interpoliert, nichts modelliert und nichts fortgeschrieben.

  1. Aus dem Archiv kommen alle Stationen im Umkreis von 15 km um das Stadtzentrum in Frage.
  2. Bergstationen fallen heraus: höchstens 900 m über dem Meer und höchstens 250 m über der tiefsten Station im Umkreis.
  3. Reihen, die nicht alle 8 Zeiträume füllen, fallen heraus.
  4. Reihen, deren häufigste Quelle weniger als 80 % aller Messtage stellt, fallen heraus: Sie setzen sich aus mehreren Stationen zusammen und messen damit auch den Umzug.
  5. Gewählt wird die Reihe ohne Quellenwechsel mit mindestens 90 % aus einer Quelle; unter gleich sauberen die dem Zentrum nächste. Nicht umgekehrt – warum, steht unter Die Herkunft.
  6. Eine Reihe vertritt höchstens eine Stadt. Sonst stünden zwei Städte mit derselben Zahl in der Liste und sähen aus wie zwei Messungen.
  7. Gezählt werden Tage mit einem Tagesmaximum von 30 °C oder mehr, im Fenster 1. April bis 31. Oktober, und nur mit der Qualitätskennung „gültig“. „Verdächtig“ zählt wie „fehlt“.
  8. Ein Jahr gilt mit mindestens 212 von 214 gemessenen Tagen, ein Zeitraum mit mindestens 8 gültigen Jahren.
  9. Eine Stadt kommt in die Auswertung, wenn ALLE 8 Zeiträume gelten. Sonst steht sie unter „Was fehlt“.
Warum nur das Sommerhalbjahr gezählt wird

Gezählt wird vom 1. April bis zum 31. Oktober. Das ist keine Annahme, sondern nachgezählt: In 15.927.662 geprüften Messtagen der Schweiz und Österreichs seit 1951 liegt außerhalb dieses Fensters genau ein Tag über 30 Grad – der 9. Februar 1983 auf dem Jauerling (960 m, Wachau) mit angeblich 34,2 Grad. Ein Februartag mit 34 Grad auf einer Bergkuppe ist kein Hitzetag, sondern ein Messfehler, der die Qualitätsprüfung überstanden hat.

Das Fenster kostet also nichts und bringt viel: Eine Reihe gilt als vollständig, wenn das Sommerhalbjahr vollständig ist. Wer das ganze Jahr verlangt, verliert Stationen wegen Lücken im Januar – Lücken, in denen nachweislich kein heißer Tag stecken kann.

Warum diese Zahlen nicht gegen die deutsche Rangliste stehen dürfen

Das deutsche Großstadtranking rechnet bevölkerungsgewichtete Mittel aus dem 1-km-Raster des Deutschen Wetterdienstes: eine Zahl für das ganze Gemeindegebiet, gewichtet mit den Zensuszellen. Diese Seite zählt Messwerte einer Station.

Beide heißen „heiße Tage“ und sind nicht dieselbe Größe. Eine Station in der Innenstadt liegt über dem Gemeindemittel, eine am Stadtrand darunter, und der Unterschied zwischen den Verfahren ist größer als der zwischen zwei Städten. Deshalb steht auf dieser Seite keine deutsche Zahl.

Der umgekehrte Weg steht im deutschen Ranking: Dort wird die deutsche Seite eigens auf Stationen umgerechnet, damit beide Seiten desselben Vergleichs dieselbe Größe zeigen.

Warum es hier keine Landkarte gibt

Der Umriss beider Länder liegt in diesem Lauf nicht vor, und ein gezeichneter Umriss wäre erfunden. Die Lage jeder Station steht statt dessen als Koordinate in stationen.csv – nachprüfbar und ohne gemalte Genauigkeit.

Wie sich diese Auswertung verbessern lässt

Diese Seite rechnet aus dem offenen europäischen Klimaarchiv ECA&D. Das ist die Quelle, die beide Länder mit demselben Verfahren abdeckt – aber nicht die beste, die es für jedes einzelne gibt. Beide nationalen Wetterdienste haben ihre Daten inzwischen vollständig geöffnet:

  • MeteoSchweiz gibt seit Mai 2025 Messungen, homogenisierte Stationsreihen und räumliche Klimaanalysen als Open Government Data heraus – die Tagesraster ab 1961, Monats- und Jahreswerte zurück bis 1864.
  • GeoSphere Austria führt im Data Hub das 1-km-Raster SPARTACUS v2.1 ab 1961, überwiegend gemeinfrei, samt fertiger Klimaindizes.

Damit ließen sich beide Schwächen dieser Seite beheben, die im Abschnitt Die Herkunft stehen: Die homogenisierten Reihen kennen die Stationsverlegungen, die hier nur auffallen, und das Raster ergäbe dieselbe Größe wie die deutsche Rangliste statt einer Punktmessung. Der Preis wäre das Anfangsjahr – beide Raster beginnen 1961, nicht 1951.

Der Generator ist darauf eingerichtet: tools/eca_holen.py schreibt genau das Format, das tools/build_land.py liest. Eine zweite Quelle ist eine zweite Datei, kein Umbau.

Zum Weiterrechnen

Die Daten hinter der Seite

Alles, was auf dieser Seite steht, ist aus diesen Dateien gerechnet. Sie liegen hier, damit die Rechnung nachprüfbar ist und nicht nur das Ergebnis.

Die Grafiken einzeln

Zitiervorschlag. Julian Zuber: Städteranking Hitzetage Österreich. https://hitzesicher.at/, Stand 18. September 2026. Messwerte: European Climate Assessment & Dataset (ECA&D), Blended-Reihen des Tagesmaximums TX, abgerufen 18.09.2026. Klein Tank, A.M.G. and Coauthors, 2002, Int. J. Climatol. 22, 1441–1453. www.ecad.eu — frei nutzbar für Forschung und Bildung bei Quellenangabe.